Arnold Glas Wissen

Arnold Glas Wissen

Glas ist trotz seiner filigranen, transparenten Optik ein sehr langlebiger und robuster Werkstoff. Dennoch gibt es im Umgang mit Glas ein paar Dinge zu beachten, die einerseits die Langlebigkeit des Produktes sichern und andererseits auch den Pflegeaufwand erheblich reduzieren können.

Erfahren Sie mehr dazu in den aktuellen Ausgaben unseres ISOLAR® Kompasses oder anderen Informationsmaterialien:

 

 

Informieren Sie sich außerdem über die Herstellung unseres besonderen Werkstoffs Glas und erweitern Sie Ihr Wissen zu den Fachbegriffen der Glasbranche:

  • Herstellung des Werkstoffs Glas

    Das Rohstoffgemenge aus Quarzsand, Kalk und Soda wird bei einer Temperatur von 1.560°C geschmolzen. Die heiße Glasmasse wird kontrolliert zum Überlaufen in ein flüssiges Metallbad gebracht und fließt zu einem endlosen Glasband. Die Bandgeschwindigkeit und die einlaufende Glasmenge bestimmen seine Dicke. Anschließend wird das Glasband in einen Kühlkanal geführt und gleichmäßig auf Raumtemperatur abgekühlt. Schließlich wird es auch Standardabmessungen (Floatglas 3.210 x 6.000 mm) geschnitten und abgestapelt.

     

     

  • Absorption
    Der im Glas verbleibende und die Scheibe aufheizende Anteil von Sonnenstrahlung. Normale, helle Gläser absorbieren weniger Strahlung als eingefärbte Gläser. Zusätzliche Beschichtungen können je nach Aufbau mehr oder weniger absorbieren.

    Abstandhalter
    Besteht meist aus Edelstahl oder Aluminium und bezeichnet beim Isolierglasaufbau das Profil, das die Scheiben im gewünschten Abstand voneinander hält.

    Anisotropien
    Ein störender Effekt bei Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG). Durch den Vorspannprozess werden in das Glas unterschiedliche Spannungen eingebracht, die Doppelbrechungen im Glas hervorrufen. Diese Doppelbrechungen, auch Anisotropien genannt, werden in polarisiertem Licht als störende optische Effekte wahrgenommen. Polarisiertes Licht ist in normalem Tageslicht enthalten. Arnold Glas hat eine Methode entwickelt, mit der Anisotropien so reduziert werden können, dass sie für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar sind.

    Beschichtung
    Wärmedämm- und Sonnenschutzgläser benötigen eine Beschichtung, um bestimmte bauphysikalische Eigenschaften zu erzielen und die Emissivität der Glasoberfläche zu reduzieren. Man unterscheidet zwischen Soft- und Hard-Coatings. Soft-Coatings werden nach dem Floatprozess mit dem sogenannten Magnetron-Sputter-Verfahren aufgebracht. Hard-Coatings dagegen werden während des Floatprozesses aufgebracht.

    Biegefestigkeit
    Beim Biegen einer Verglasung wird eine Seite verdichtet, die andere gedehnt. Die hohe Festigkeit beruht auf einer Druckspannung an den Oberflächen und einer Zugspannung im Kern.

    CE-Kennzeichen
    Die neuen EU-Richtlinien erfordern die Anbringung des CE-Kennzeichens. Es ist ein Zeichen der EU-Richtlinienkonformität und kein Normenkonformitätszeichen. Dadurch hat es den Status eines Verwaltungskennzeichens. Es ist kein Prüfzeichen.

    Emissionsvermögen
    Wesentlich für den Wärmeverlust von Glas ist die Wärmestrahlung, entsprechend dem Emissionsvermögen der Glasoberfläche. Die Emission beträgt rund Ɛ = 0,85 bei unbeschichtetem Glas. Vereinfacht ausgedrückt: 85 % der vom Glas aufgenommenen Wärme werden an der Glasoberfläche abgegeben.

    Floatglas
    Floatglas ist das plane, durchsichtige und unbeschichtete Basisglas. Varianten zu normalem Floatglas sind in der Masse eingefärbte Gläser (Grün, grau, bronze) und helle Gläser mit wenig Eisenoxidanteilen (Weißglas).

    g-Wert
    Die Bezeichnung g-Wert steht als Abkürzung für Gesamtenergiedurchlassgrad bzw. Gesamtenergiedurchlässigkeit. Der g-Wert ist die Summe aus der direkten Transmission durch Solarstrahlung und durch Wärmeabgabe nach innen mittels Strahlung und Konvektion. Glas ohne Beschichtung hat einen g-Wert von rund 0,85 oder 85 %.

    Heat-Soak-Test
    Der Heat-Soak-Test bezeichnet den Heißlagerungstest für Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) und dient zur Vermeidung von sogenannten Spontanbrüchen. Bei diesem Heißlufttest wird das vorgespannte Glas mehrere Stunden in einem speziellen Heat-Soak-Ofen einer Wärmebelastung von 290 °C ausgesetzt. Der Prüfprozess wird protokolliert. Zwingend gefordert wird der Heat-Soak-Test zum Beispiel für absturzsichernde Verglasungen aus ESG und für ESG-Fassadenplatten.

     

  • Lichtdurchlässigkeit / Lichttransmission
    Die Lichtdurchlässigkeit (LT-Wert) benennt den Prozentanteil der Sonnenstrahlung im Bereich des sichtbaren Lichts (380 bis 780 nm). Abhängig ist der LT-Wert von der Zusammensetzung des Glasgemenges, von der Glasdicke und von den Beschichtungen.

    low-e-Glas
    Zur Minimierung von Energieverlusten werden heute standardmäßig low-e-Gläser eingesetzt. low-e steht als Abkürzung für low-emissivity (niedrige Wärmeabstrahlung) und benennt ein Isolierglas mit einer aufgebrachten hauchdünnen Metallschicht von ca. 100 nm. Diese Schicht bewirkt die Reduktion des Emissionsgrades und dient als Wärme- und/oder Sonnenschutzschicht.

    PVB-Folie
    PVB steht als Abkürzung für Polyvinylbutyral. Das Material wird als zähelastische Zwischenfolie (0,38 mm) bei Verbund-Sicherheitsglas (VSG) eingesetzt. Zur Erhöhung der Resttragfähigkeit kann man mehrere Folien verwenden.

    Randverbund
    Der Randverbund ist ein Bestandteil der Isolierverglasung und bezeichnet die Elemente, die im Randbereich die Scheiben mit einem speziellen Abstandhalter (Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff) und Klebe- sowie Dichtstoffen zusammenfügen.

    Trockenmittel
    In die hohlen Abstandhalter im Randverbund von Isoliergläsern wird ein Trockenmittel eingesetzt, das anfallende Feuchtigkeit aus Kondensat aufnehmen kann. Deswegen sind die Abstandhalter mit kleinen Perforationen versehen.

    U-Wert
    Dies ist der Wärmedurchlasskoeffizient eines Materials. Er gibt an, wieviel Wärmeleistung bei einem Temperaturunterschied von 1 K (Kelvin) von warm nach kalt fliesst. Zum Beispiel ist bei einer Temperatur außen von -10 °C und innen von 20 °C die Differenz 30 K. Die heutigen U-Werte liegen bei ca. 2,0 W/m²K bis 0,7 W/m²K.

    Ug-Wert
    Das kleine g drückt aus, dass der Wert ausschließlich für die Verglasung gilt. Der Ug-Wert von Isoliergläsern ist abhängig von der Wärmedämmbeschichtung, der Art der Gasfüllung, vom Gasfüllgrad und vom Scheibenabstand.

    Ü-Zeichen
    Kennzeichnet Bauprodukte, die den maßgeblichen technischen Regeln, der bauaufsichtlichen Zulassung, dem bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder der Einzelfallzustimmung entsprechen.

Termin-
verein-
barung