Bitte klicken Sie auf das Foto um die Bildergalerie zu starten

Ein Mythos kehrt zurück

Spezialgläser des Leica-Neubaus vereinen Präzision und Form

Der Kamerahersteller Leica ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt – jedenfalls geografisch, ins hessische Wetzlar. Hier erfand Entwickler Oskar Barnack vor mehr als 100 Jahren die erste Kleinbildkamera. Im Leitz-Park am Stadtrand hat das Traditionsunternehmen vor kurzem seinen neuen, 60 Millionen Euro teuren Firmensitz bezogen. Wie auch bei den Leica-Produkten kam es beim Bau des Gebäudes auf enorme Präzision an. Dieser Anspruch galt ebenso für die von Glas Wagener gefertigten und montierten Spezialgläser.

Leica ist mit seiner über 100-jährigen Geschichte eine Instanz der optischen Industrie in Deutschland. Rund 650 der weltweit 1.300 Mitarbeiter entwickeln und produzieren im 27.000 Quadratmeter großen Firmenneubau im Wetzlarer Leitz-Park Kameras, Objektive und Ferngläser. Zudem werden von hier aus die nationalen und internationalen Geschäfte des Konzerns gesteuert. Mit dem neuen Firmensitz ist gleichzeitig eine Erlebniswelt für Besucher entstanden. Sie können etwa in die legendäre Manufaktur blicken, in Ausstellungen durch die Leica-Geschichte streifen und die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Fotografie hautnah erleben.

Leica-Produkte als Formgeber des Gebäudes

Das Fassadenkonzept des Neubaus orientiert sich an bereits bestehenden Gebäuden anderer Unternehmen im Leitz-Park: Geschwungene und kreisrunde Formen dominieren als Grundmotiv. Immer wieder wechseln sie sich mit scharfkantigen Konturen ab. In ihrer Form sind einige Elemente des Firmenneubaus verschiedenen Leica-Produkten nachempfunden: einer Kamera, einem Objektiv und einem Fernglas. Sie verzahnen sich mit den angrenzenden Landschaftsräumen und der parallel verlaufenden Landstraße. „Leica steht für höchste Präzision. Diesen Anspruch stellten die Projektverantwortlichen auch an unsere Spezialgläser, die im Gebäude verbaut sind“, erklärt Alexander von Mezynski von Glasveredler Glas Wagener, der zur Unternehmensgruppe Arnold Glas gehört.

Im Erdgeschoss lässt sich durch eine umlaufende, teilweise gebogene fünf Meter hohe Fassade aus Sonnenschutzglas ISOLAR SOLARLUX in das Gebäude schauen. Mit einem g-Wert von 41 Prozent ermöglicht die 900 Quadratmeter große Fassade, dass es auch an Sonnentagen im Objektinneren trotz einer hohen Lichttransmission von 70 Prozent angenehm kühl bleibt. Auf Verschattung oder energieintensive Klimageräte kann verzichtet werden. Im Winter entweicht so gut wie keine Wärme. Das spart Heizkosten.

Gut gedämmt und ausgeleuchtet

Hinter der Lochfassade aus Sichtbeton in den Obergeschossen ist unter anderem die Leica-Verwaltung untergebracht. Für die Kastenfenster der Fassade fiel die Wahl auf 1.100 Quadratmeter ISOLAR NEUTRALUX. Bewusst entschied man sich hier für zweifach Isolierglas mit einem Ug-Wert von 1,0 W/m²K. Das gewährleistet eine optimierte Wärmedämmung.

Das Dach des Foyers, des Ausstellungsbereichs und der Lounge besteht aus insgesamt 400 Quadratmeter ISOLAR VISOREX mit Vlieseinlage. Das einfallende Tageslicht wird bestmöglich gestreut und der Innenbereich blendfrei ausgeleuchtet. Das Glas im Überkopfbereich ist so ausgelegt, dass es zu Reinigungszwecken betretbar ist.

Sonne und Mond in der Glasfassade

„Besondere Herausforderung war die Produktion der künstlerisch gestalteten Gläser, die einen Teil der Fassade im Ausstellungsbereich ausmachen“, erinnert sich von Mezynski. Künstler Alfons Müller hatte farbige Mond- und Sonnenlandschaften aus rundem, gebogenem Einscheiben-Sicherheitsglas kreiert. Diese Glasapplikationen wurden mit flüssigem Kleber auf konvex und konkav gebogene Isoliergläser befestigt. „Da brauchte man Fingerspitzengefühl. Über mehrere Scheiben musste eine Passgenauigkeit hergestellt werden“, so von Mezynski.

Um Präzision ging es auch bei der Stahl- und Aluminiumkonstruktion, für die Glas Wagener ebenfalls verantwortlich zeichnet. Die äußerst geringen Toleranzen der Profile erforderten eine exakte Fertigung. Teilweise ist die Stahlfassade gebogen und fasst etwa 4,80 Meter große, ebenfalls gebogene Isoliergläser. Einige Gläser in der Vertikalfassade werden ausschließlich durch Verklebungen gehalten (die Höhenkanten wurden als Structural Glazing ausgeführt). Für die exzellente Planung und Projektausführung zeichnete ISOLAR – eine der größten europäischen Vereinigungen mittelständischer Isolierglas-Hersteller und Glasveredler – Alexander von Mezynski und das Team von Glas Wagener mit dem Objektpreis in der Kategorie „Repräsentative Objekte 2014“ aus.